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Der Flug

Kennen Sie Ihre Rechte!

Die EU hat in den letzten Jahren mehrere Verordnungen erlassen, die die Rechte der Flugpassagiere gegenüber den Fluggesellschaften stärken, z.B. bei Verspätungen, Annullierungen oder Überbuchungen.

Alle wichtigen Punkte zum Fluggastrecht finden Sie hier!

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Fragen zum Flug an sich

Wie komme ich zum Flughafen?

Wann muß ich da sein?

Was wird mir im Flugzeug geboten?

Kann ich mir meinen Platz aussuchen?

Wo sitze ich am besten?

Darf ich nichts flüssiges mehr mit ins Flugzeug nehmen?

Was mache ich wenn ich meinen Flug verpasst habe?

Was mache ich bei Überbuchung?

Lohnen sich Vielfliegerprogramme?

Was ist die schwarze Liste?

Wie komme ich zum Flughafen?

Wenn Sie Glück haben, kennen Sie nette Zeitgenossen, die Sie zum Flughafen bringen und auch wieder abholen. Wo das nicht möglich ist, haben Sie zwei Möglichkeiten. Anreise mit dem Auto oder Anreise mit der Bahn. Wollen Sie das Auto am Flughafen zurücklassen, erwarten Sie oft happige Parkgebühren. Wählen Sie u.U. einen günstigen Provinzflughafen für Ihren Urlaubsflug, wo Sie das Auto recht günstig zwei Wochen parken können, statt einen der großen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Düsseldorf. Seit einigen Jahren gibt es auch privat betriebene Parkplätze die gewöhnlich einige Kilometer vom Flughafen entfernt liegen und Sie mit Shuttle-Bussen zum Terminal bringen und dort wieder abholen. Grundsätzlich gilt: Je näher Sie am Terminal parken, umso teurer wird es.

Möchten Sie mit der Bahn anreisen, achten Sie darauf, dass „Rail & Fly“ in Ihrem Pauschalangebot enthalten ist oder fragen Sie ausdrücklich danach. Mit Rail & Fly fahren Sie günstiger zum Abflughafen als mit einem normalen Bahnticket. Dies gilt vor allem für die teuren ICE-Zubringer nach Frankfurt oder München. Aufgepasst wenn Sie mit Lufthansa ab Frankfurt fliegen: Buchen Sie zusätzlich ein AIRail-Ticket ab Köln oder Stuttgart Hauptbahnhof, können Sie bereits an den Bahnhöfen einchecken und Ihr Gepäck an speziellen Check In-Schaltern am Fernbahnhof Frankfurt Flughafen aufgeben. So sparen Sie sich das Schlange stehen am Terminal 1 und meistens ist die Strecke Köln/Stuttgart-Frankfurt dann auch schon im Flugpreis miteinbegriffen.

Wann muß ich da sein?

Die Fluggesellschaften empfehlen etwa zwei Stunden vorher. Wenn Sie nur Handgepäck dabei haben, können Sie auch innerhalb einer halben Stunde zum Gate hetzen. Wir sagen „eigentlich“, denn aufgrund der verstärkten Sicherheitskontrollen der letzten Jahre und dem generell gestiegenen Fluggastaufkommen, können sich sowohl beim Check-In als auch bei der Sicherheitskontrolle lange Schlangen bilden. Dies sollten Sie immer mit einplanen. Bei Flügen außerhalb der Schengen-Zone kommen auch noch Passkontrollen hinzu. Darüberhinaus gibt es natürlich noch viele andere ungeplante Probleme – z.B. Staus und Parkplatzsuche wenn Sie mit dem Auto anreisen und Verspätungen wenn Sie mit der Bahn anreisen. Planen Sie also großzügig.

Was wird mir im Flugzeug geboten?

Für viele Passagiere ist das „drumherum“ mittlerweile sehr wichtig geworden und gerade bei den Billigairlines gibt es große Unterschiede. So muß man z.B. bei Germanwings für ein Sandwich bezahlen, bekommt aber eine Gratis-Illustrierte angeboten (wenn man früh genug im Flugzeug ist um noch eine zu erhaschen). Andere Airlines bieten zwar ein Sandwich gratis an, doch aufwändigere Mahlzeiten müssen im voraus kostenpflichtig bestellt werden. Schauen Sie am besten auf die Website „Ihrer“ Airline um herauszufinden, wie es ums Essen bestellt ist. 

Auf Langstreckenflügen sind Mahlzeiten immer im Preis enthalten. Hier stellt sich für viele eher die Frage nach dem Bord-Entertainment. Die meisten Airlines haben ihre Flotten bereits auf „In Seat-Entertainment“ umgestellt, d.h. Sie haben in der Lehne des Vordersitzes Ihren eigenen Bildschirm und können selbst aussuchen welche Filme, Musikvideos und TV-Shows Sie ansehen wollen oder ob Sie die Fernbedienung zur Spielkonsole umfunktionieren. Wenn Sie diese Dinge brennend interessieren, können Sie sich auch auf den Airline-Websites schlau machen. Übrigens sind die Flugbegleiter nicht verpflichtet Sie zehn Stunden lang wie Animateure zu bespaßen und umsorgen. Auf Nachtflügen ist es völlig normal, dass das Licht für 5-6 Stunden ausgemacht wird und die Flugbegleiter sich zurückziehen, weil die meisten Leute schlafen wollen.

Kann ich mir meinen Platz aussuchen?

Viele Airlines bieten mittlerweile einen Vorabend-CheckIn von zuhause aus an – dabei haben Sie die Möglichkeit sich „Ihren“ Wunschplatz auszusuchen, sofern er noch da ist. Auch die meisten Ferienflieger bieten mittlerweile eine „Business Class“ an, die sich meistens hinter Begriffen wie „Comfort Class“ verbirgt und größere Sitze und besseren Service anbieten. Für die Großgewachsenen und Schwergewichtigen sicher eine lohnenswerte Investition, gerade auf der Langstrecke.

Wo sitze ich am besten?

Das ist im Grunde Geschmackssache. Bekannt ist, dass die Sitze am Notausgang etwas mehr Beinfreiheit bieten, allerdings dürfen Sie dort nicht sitzen, wenn Sie körperlich beeinträchtigt sind, denn wenn tatsächlich etwas passiert, muß am Notausgang schnell gehandelt werden können. Seit sich außerdem herumgesprochen hat, dass diese Reihen mehr Platz bieten und Passagiere gezielt danach fragen, sind pfennigfuchsende Airlines schnell auf den Gedanken gekommen für diese Reihen mehr Geld zu verlangen.

Viele Menschen sitzen gerne am Fenster um nach draußen zu schauen – und blicken stundenlang auf eine geschlossene Wolkendecke oder sehen bei Nachtflügen gar nichts. Wenn Sie Langstrecke fliegen und eine Miniblase haben, tun Sie sich und den Mitfliegenden einen Gefallen und nehmen einen Platz am Gang, so dass Ihre Nachbarn nicht immer wieder für Sie aufstehen müssen. Gangplätze haben außerdem den Vorteil, dass Sie Ihre Beine ab und zu in den Gang ausstrecken können – allerdings riskieren Sie schmerzhafte Zusammenstöße mit den Trolleys, die die Flugbegleiter durch die Gänge schieben müssen.

Eine britische Studie hat sich einmal mit der Frage beschäftigt, auf welchen Plätzen die Chance ein Flugzeugunglück zu überleben, am größten ist. Dazu wurden 105 Unglücksfälle mit Überlebenden ausgewertet. Nervöse sollten nun nicht weiterlesen, für alle anderen gilt: Ganz vorne, in der Mitte und ganz hinten sind die sichersten Reihen, hier liegt die Überlebenschance bei ca. 64%. Die Reihen vor und hinter den Tragflächen sind die riskantesten, denn da brechen Flugzeuge am ehesten auseinander. Ansonsten ist es sicherer am Gang (65%) als am Fenster (58%) und am besten sitzen Sie maximal fünf Reihen vom Notausgang entfernt um bei einem Brand rechtzeitig nach draußen zu kommen.

Darf ich nichts flüssiges mehr mit ins Flugzeug nehmen?

Doch, Flüssigkeiten bis zu 100ml pro Flasche dürfen weiterhin mit ins Flugzeug genommen werden. Allerdings dürfen Sie keine 30 Miniflaschen mit reinschleppen, sondern insgesamt nur maximal 1 Liter. Als „Flüssigkeiten“ gelten auch die meisten Drogerieproduktie wie Shampoo, Duschgel und Zahnpasta, sowie Nahrungsmittel wie Marmelade.

Nehmen Sie nur Minigrößen mit (gibt es in jeder Drogerie zu kaufen) wenn Sie nur mit Handgepäck reisen wollen oder lassen Sie das Zeug gleich im Koffer. Einkäufe aus dem Duty Free-Shop hinter der Sicherheitskontrolle dürfen jedoch mitgenommen werden ins Flugzeug – aber aufgepasst:  Diese Regelung gilt NUR wenn Sie innerhalb der EU starten. Wenn Sie aus einem Nicht-EU-Land in ein EU-Land reisen und dort umsteigen um in ein zweites EU-Land zu fliegen, werden Ihnen mitgebrachte Flüssigkeiten beim Transit abgenommen. Praktisch heißt das: Angenommen Sie fliegen von Jamaika über Amsterdam nach Berlin. Sie freuen sich über die niedrigen Preise am Duty Free-Shop in Jamaika und decken sich zu zweit noch mit den erlaubten 4 Litern billigen karibischen Rum ein, den Sie im Handgepäck mit sich führen. In Amsterdam müssen Sie den Terminal wechseln und noch einmal durch die Sicherheitskontrolle – die 4 Liter Rum werden Ihnen dabei abgeknöpft.

Was mache ich wenn ich meinen Flug verpasst habe?

Dann haben Sie Pech gehabt. Die Airline ist nicht verpflichtet, Sie auf einen anderen Flug umzubuchen – tut es aber manchmal aus Kulanzgründen und wenn die nächste Maschine ohnehin nicht voll ist.  Sie können allerdings die Steuern und Flughafengebühren des verpassten Fluges von der Airline zurückfordern, wenn Sie gar keinen Flug mehr antreten oder ein Umbuchen nicht möglich ist.

Was mache ich bei Überbuchung?

Bei Überbuchungen innerhalb der EU gilt seit 2005 eine neue EU-Verordnung, die Passagieren die gleichen Rechte einräumt wie bei einer Annullierung des Fluges. Die Einzelheiten dazu finden Sie unter dem Punkt Fluggastrechte.

Da es sich um eine EU-Verordnung handelt, gilt dieser Anspruch jedoch nur bei Flügen die in der EU starten, oder von einem Punkt außerhalb der EU zu einem Ziel in einem EU-Staat fliegen oder von einer EU-Fluggesellschaft durchgeführt werden. Wenn Sie mit American Airlines von Miami nach Cancun fliegen oder mit Air Asia von Hong Kong nach Sydney, greift die Verordnung nicht.

Lohnen sich Vielfliegerprogramme?

Kaum eine Airline kommt noch ohne ihr eigenes Vielfliegerprogramm aus. Für den durchschnittlichen Urlaubsreisenden lohnen sich diese Programme jedoch nur sehr selten, z.B. wenn Sie mehrmals im Jahr den gleichen Ort aufsuchen und mit der gleichen Airline fliegen. Um einen Freiflug zu erhalten müssen Sie z.B. bei Germanwings 16x innerhalb von zwei Jahren fliegen (d.h. 8x hin und zurück), bei Tuifly sogar durchschnittlich 10x hin und zurück. Und wenn Sie keine Zusatzfunktionen nutzen (z.B. statt der „normalen“ Vielfliegerkarte eine Karte mit Kreditkartenfunktion nutzen), verfallen die Meilen nach zwei Jahren wieder.

Etwas besser sieht es bei den Programmen der großen Linienfluggesellschaften aus. Mitglieder beim „Miles and More“-Programm der Lufthansa können auf Flügen aller Star Alliance-Gesellschaften Meilen sammeln. Da dazu auch andere große Airlines wie United und US Airways auf den USA-Strecken und Thai und Singapore Airlines auf den Asien-Strecken gehören, ist die Chance hier größer tatsächlich genug Meilen für einen Freiflug zu sammeln. Allerdings verfallen die Meilen auch hier wieder, wenn sie nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums (24 Monate) genutzt werden und für Spartarife in der Economy werden oft nur die Hälfte oder gar ein Viertel der Meilen gutgeschrieben.

Und hat man dann doch irgendwann genügend Meilen gesammelt, heisst das noch lange nicht, dass man fliegen kann wann und wohin man will: Oft genug können Meilen nur für bestimmte Strecken und Flüge genutzt werden (nämlich die weniger beliebten Routen oder Zeiten frühmorgens und spätabends wenn die Flieger nicht ausgelastet sind). Und mit den Meilen wird nur der eigentliche Flugpreis bezahlt – Steuern und andere Angaben muß man noch zusätzlich berappen. Auch die „Partnerprogramme“ sind meistens auf Geschäftsreisende mit dicker Brieftasche abgestimmt – so gibt es zwar Meilen bei den meisten Autoverleihern, aber in kleinen Verleihstationen an Urlaubsorten gibt es oft „angeblich“ keine Möglichkeit zur Meilengutschrift (und nachträgliche Reklamierungen werden ignoriert), und die Hotelketten die zu den Partnergesellschaften gehören sind fast alle im Hochpreissegment zu finden. Wenn Sie nur bei Steigenberger & Co. nächtigen um kümmerliche 500 Meilen pro Nacht mit nach Hause zu nehmen, haben Sie am Ende mehr Kosten als die ganze Sache eigentlich wert ist.

Fazit: Meilenprogramme lohnen sich nur, wenn Sie mehrmals im Jahr die gleiche Strecke mit der gleichen Airline fliegen oder übers Jahr verteilt oft genug fliegen.  Ansonsten zahlen Sie schnell drauf, wenn Sie nur zum Meilen sammeln mit einer bestimmten Airline fliegen, obwohl eine andere auf der gleichen Strecke wesentlich günstigere Tarife anbietet. 

Was ist die Schwarze Liste und wer steht drauf?

Zur Verbesserung der Sicherheit in Europa wurden von der Europäischen Kommission in Abstimmung mit den Flugsicherungsbehören der Mitgliedstaaten beschlossen, bestimmten Luftfahrtunternehmen, die für unsicher befunden werden, den Betrieb im europäischen Luftraum zu untersagen.  Im Nicht-Beamten-Deutsch heisst das:  Airlines die alte Klapperkisten fliegen an denen die ein oder andere Schraube locker ist, dürfen in der EU nicht starten und landen. Diese „schwarzen Schafe“ werden auf der sogenannten „Schwarzen Liste“ aufgeführt, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Die Neueste ist am 24. Juli 2008 in Kraft getreten. Die meisten dieser Airlines wie Wimbi Dira Airways aus dem Kongo oder Golden Rules Airlines aus Kirgisien würden sich ohnehin nie nach Europa verirren, aber sollten Sie dennoch einmal auf einen lokalen Carrier zurückgreifen müssen, können Sie sich die komplette Liste hier ansehen:

http://ec.europa.eu/transport/air-ban/