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Paris by Night - Tipps für den Abend
Der Mythos des halbseidenen Oh là là-Paris ist nicht totzukriegen. Dabei sind die berühmten Cabarets rund um den Place du Clichy schon lange eher für ihre überhöhten Preise bekannt als für ihre Entertainment-Angebote. Zum Glück gibt es genug andere Dinge, die man nach Einbruch der Dunkelheit in Paris unternehmen kann. Wir stellen ihnen einige vor.
Cabarets und Varietes
Es muß unbedingt ein "Cabaret" sein, eine Show in einem der berühmten Variete-Theater? Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt: Der Eintritt kostet ab 100 Euro aufwärts für eine Vorstellung und eine halbe Flasche Champagner, mit Dinner auch gerne 150 Euro. Das einzige Theater das am Place Pigalle, dem ehemaligen Zentrum des Nachtlebens, noch einen Besuch wert ist, ist das legendäre Moulin Rouge. Daneben gibt es etliche billige Nachtclubs und Sexclubs die auf die Touristen lauern, die hier abends scharenweise einfallen, auf der Suche nach dem Paris von Vorgestern.
Zwei weitere bekannte Cabarets befinden sich im 8.Arrondissement, das Lido direkt am Champs Elysées und das Crazy Horse südlich davon in der Avenue George V. (Metro: Alma). Etwas günstiger ist das Cabaret Belle Epoque nördlich vom Louvre.
Neben den großen Revues mit Orchester und Dutzenden Tänzerinnen gibt es noch eine ganz andere Art von "Cabaret" in Paris, so wie früher, als einzelne Chansonniere, Sänger und Alleinunterhalter das Publikum in kleinen Etablissements unterhalten haben. Zwar sind diese Lokale selten geworden, doch es gibt sie noch - z.B. das Cabaret Au Lapin Agile in Montmartre (22, rue des Saules) das bereits seit dem 19.Jahrhundert Künstlern ein Podium bietet, oder Le Limonaire nahe dem Boulevard Haussmann (18, Cité Bergère).
Oper und mehr

- Palais Garnier
Wenn in Paris von der "Opéra" die Rede ist, dann handelt es sich oft genug um die Alte Oper im Stadtzentrum, jenen von Charles Garnier im 19.Jahrhundert geschaffenen Prachtbau, der für sich genommen schon eine Sehenswürdigkeit ist (und in dem angeblich ein gewisses Phantom herumgeistert). Seit der Eröffnung der neuen Oper am Place de la Bastille 1989 wird der Palais Garnier jedoch in erster Linie für Ballettaufführungen genutzt, seltener auch für klassische Opern. Die hochmoderne Opéra Bastille an jenem geschichtsträchtigen Platz an dem einst die französische Revolution begann, ist heute der Hauptsitz der Pariser Oper; im großen Haus finden 2700 Besucher Platz. Für Opernfreunde ist das neue Haus sicher die bessere Wahl was Sicht und Akustik betrifft - doch die Atmosphäre im altehrwürdigen Palais Garnier ist einzigartig.
Eine Übersicht über den Spielplan beider Häuser und Möglichkeit zur Kartenbestellungn finden Sie inter www.operadeparis.fr
Theater & Kino

- Théâtre Châtelet
Unterhaltung wird in Paris groß geschrieben. Auch deutsche Kinofreunde ohne große Französisch-Kenntnisse können an der Seine auf ihre Kosten kommen, denn in den großen Kinos am Champs Elysées werden die meisten Filme heute in Originalversion mit französischen Untertiteln gezeigt.
In den Theatern ist dies leider nicht der Fall, doch es muß ja auch nicht unbedingt eine flotte dialoglastige Boulevardkomödie sein. Es gibt eigentlich immer irgendwo Aufführungen die eine Hommage an die großen Chanson-Künstler von früher wie Edith Piaf und Jacques Brel darstellen. Auch das Musical ist in den letzten Jahren in Paris immer populärer geworden und Stücke wie Disneys "König der Löwen" sind dort (bei identischer Inszenierung) deutlich günstiger als in Deutschland.
Am Place de la Madeleine befindet sich ein Kartenschalter, wo man Karten für zahlreiche Vorstellungen für den gleichen Abend zum halben Preis kaufen kann.
Bateaux Mouches bei Nacht

- Boote auf der Seine
Die "bateaux mouches" (Fliegenschiffe) sind die bekannten relativ flachen Schiffe, auf denen jeden Tag unzählige Touristen auf der Seine an den Pariser Sehenswürdigkeiten entlang schippern. Eine solche Fahrt hat in der Dunkelheit ihren ganz besonderen Reiz, wenn zahlreiche Monumente beleuchtet sind. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, abendliche Fahrten mit einem Abendessen zu buchen - allerdings muss man für das Dinner tief in die Tasche greifen. Ein dreigängiges Menü schlägt mit 80-150€ zu Buche.
Übrigens: Den Begriff 'bateau mouche' hat sich die Firma Compagnie des Bateaux Mouches bereits 1950 rechtlich schützen lassen - es gibt jedoch noch zahlreiche andere Unternehmen, die mit baulich gleichen Schiffen unterwegs sind. Günstiger sind sie jedoch nicht unbedingt.
Restaurants

- Le Train Bleu
Ausgehen zum Abendessen ist in Frankreich oft eine abendfüllende Beschäftigung. Man genießt das mehrgängige Dinner mit guten Weinen über mehrere Stunden hinweg statt sich nur schnell ein Schnitzel mit Pommes einzuwerfen. Und auch wenn die Franzosen in Zeiten der Wirtschaftskrise den Gürtel etwas enger geschnallt haben - in Paris, der Hauptstadt der Gourmets, kann man noch immer vorzüglich essen gehen. Achten Sie jedoch darauf, wo Sie hingehen - viele Lokale zocken mit unverschämten Preisen ab und wo viele Touristen sind, blüht der Nepp.
Wenn es richtig teuer sein darf, sind Sie in einem der preisgekrönten Gourmetrestaurants richtig, z.B. im Meurice in der Rue de Rivoli, im Ambroisie am Place des Vosges oder im Grand Véfour wo schon Napoleon und Victor Hugo dinierten.
Viel Art Deco-Flair und etwas günstigere Preise finden Sie auch im Restaurant Mollard in der Rue Saint Lazare oder im sehr bekannten Train Bleu am Gare du Lyon. Eine Institution am Champs Elysées ist Fouquet's, das dem Wandel des einstigen Prachtboulevards zur globalisierten Kommerzmeile bisher erfolgreich widerstanden hat.
Ganz besondere Erlebnisse bieten Le Ciel de Paris ganz oben im Hochhaus Tour Montparnasse mit großartigem Ausblick über Paris und Le Moulin de la Galette in Montmartre, die letzte noch verbliebende Windmühle auf dem Hügel.







