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Reiseknigge

- Gemütlich gehts besser
Egal wo man sich auf Reisen befindet, man sollte nie vergessen dass man zu Gast ist. Beachten Sie ein paar einfache Regeln des Gastgeberlandes und Sie werden sehen, dass es Ihnen Türen und Herzen öffnet. Viele Hinweise finden Sie den „Fragen & Antworten“ (FAQ) zu jedem Reiseland, hier sind jedoch noch einfach die wichtigsten Punkte für Auslandsreisen:
Allgemeines
Im Süden geht alles etwas lässiger zu. Erwarten Sie keine sekundengenaue Pünktlichkeit und hektische Betriebsamkeit, egal ob es sich um einen Bus handelt, das Essen in der lokalen Taverne oder eine private Verabredung mit einem Einheimischen. Nehmen Sie es locker – Sie sind schließlich im Urlaub und möchten sich entspannen.
Es ist übrigens durchaus üblich, dass Speisen aufgrund der Hitze „lauwarm“ serviert werden und nicht zu den gaumenverbrennenden Temperaturen, die Sie aus Deutschland gewöhnt sind, und hat nichts mit langsamen Service oder schlechter Küche zu tun.
Nacktbaden/Oben ohne/Bekleidungsregeln
Ein Punkt der nicht oft genug erwähnt werden kann. In den wenigsten Ländern ist die nordeuropäische Freizügigkeit gerne gesehen. So wichtig kann „nahtlose Bräune“ gar nicht sein, um die Sitten in anderen Ländern zu ignorieren und am besten sollte man von vorneherein darauf verzichten. In Spanien, Italien und Frankreich wird „oben ohne“ größtenteils toleriert, außer auf der Insel Korsika wo sogar Geldstrafen fällig werden wenn frau ohne Oberteil erwischt wird. Auch in Griechenland und in der Türkei gelten strenge Regeln, „oben ohne“ wird bestenfalls zähneknirschend toleriert und FKK geht gar nicht (es sei denn, in speziell dafür zugelassenen Hotelanlagen).
Außerhalb Europas sind die Regeln sogar noch strenger – in islamischen Ländern sollten Sie erst gar nicht auf die Idee kommen, Ihr Oberteil abzulegen. Im islamischen Malaysia können Sie sogar mit drei Jahren Gefängnis rechnen. Auch in Kenia, Thailand, Südafrika und in Teilen der USA gilt nacktbaden oder oben ohne als „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Das gleiche gilt übrigens auch für Brasilien, obwohl Körperkultur dort groß geschrieben wird – der Bikini darf ultraknapp sein – aber er muß vorhanden sein. Auch oben rum.
Auch jenseits des Strandes sollten einige Regeln befolgt werden – wenn Sie in Südeuropa Kirchen besichtigen, tragen Sie körperbedeckende Kleidung, d.h. Oberteile die die Schultern bedecken und lange Hosen oder für die Damen mindestens knielange Röcke. Für Besuche in Moscheen gilt das gleiche, Damen sollten außerdem eine Kopfbedeckung bereit halten. Für Tempelbesuche in Indien und Asien gilt neben züchtiger Kleidung: Schuhe aus! Wenn Sie nicht barfuß gehen möchten, nehmen Sie ein paar billige Socken mit.
Generell wird in Südeuropa mehr Wert auf angemessene Kleidung gelegt, nicht nur in Italien wo „bella figura machen“ eine Lebensart ist. Ziehen Sie sich zum Abendessen an wie Sie es für einen Restaurantbesuch in Deutschland auch tun würden und erscheinen Sie nicht in den verschwitzten verknitterten Teilen, in denen Sie den Tag am Strand verbracht haben, im Speisesaal. Das gleiche gilt wenn Sie einen Ausflug in eine nahegelegene Stadt planen. Bedenken Sie auch, wenn Sie vom Strandhotel aus zu einer Besichtigungstour z.B. von antiken Stätten am Mittelmeer aufbrechen, dass die Ruinen oft prall in der Sonne liegen. Es ist also in Ihrem eigenen Interesse wenn Sie möglichst hautbedeckende Kleidung und einen breitkrempigen Hut tragen um sich vor Sonnenbrand zu schützen.
Fotografieren
Egal wo Sie sich befinden, achten Sie darauf ob Fotografieren erlaubt ist und fragen Sie notfalls nach. Das Blitzlichtverbot in vielen Museen und Kirchen ist nicht da um Ihnen die Bilder zu vermiesen sondern um empfindliche alte Gemälde und andere Kulturgüter zu schützen.
In vielen Ländern reagiert der Staat sehr nervös auf Menschen, die „militärische Anlagen“ fotografieren wollen – dazu gehören auch Flughäfen, die im Kriegsfall ein beliebtes Ziel sind um Versorgungslinien zu zerstören. Niemand wird es Ihnen verwehren aus dem Fenster heraus ein Foto „Ihres“ Flugzeugs zu machen, aber verzichten Sie ansonsten lieber auf Flughafenbilder.
Generell gilt überall: Wenn Sie Menschen fotografieren wollen, fragen Sie vorher um Erlaubnis! In vielen Ländern posieren die Einheimischen gerne, manche einfach nur zum Spass, andere weil sie sich davon ein Trinkgeld erhoffen, z.B. die hübsch herausgeputzten marokkanischen Wasserverkäufer oder junge Mönche in asiatischen Tempeln. Aber behelligen Sie niemanden, der nicht deutlich zu verstehen gibt, dass er gerne zu einem Foto bereit ist. Dies gilt vor allem in islamischen Ländern und auch in Indien, wo Frauen nicht gerne von fremden Männern angeschaut werden, geschweige denn fotografiert werden wollen.
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Südeuropa weniger üblich als in Deutschland. Als Faustregel gilt: 10-15% für Kellner und Taxifahrer in Frankreich, Spanien und Portugal, in Griechenland etwas weniger. Verzichten Sie auf peinliche Minitrinkgelder beim Aufrunden von 14,80 Euro auf 15 Euro – wenn Sie nicht bereit sind, ein echtes Trinkgeld zu geben, geben Sie lieber gar nichts. In Italien hat man sich mittlerweile ebenfalls an Trinkgelder gewöhnt, sie sind jedoch nicht üblich, da in den meisten Restaurants ohnehin noch das „Gedeck“ (Coperto) dazugerechnet wird. Übrigens freuen sich auch Zimmermädchen im Hotel über ein Trinkgeld – 1 Euro pro Tag pro Person sollte drin sein. Legen Sie schon zu Beginn der Reise einen kleinen Geldschein für sie ins Zimmer und ein guter Service im Zimmer ist Ihnen sicher!
Immer mehr größere Hotels haben verstanden, dass sich mit Kofferträgern Geld machen lässt – ärgern Sie sich nicht, auch wenn Sie Ihren Rollenkoffer getrost selbst zum Zimmer ziehen können und geben Sie dem Kofferträgen 1-2 Euro pro Gepäckstück, je nach Gewicht und Größe.
Wichtig: In den USA sind Trinkgelder keine Höflichkeit, sondern oft der einzige Lohn, den die Bedienungen erhalten; darum sind 15-20% Trinkgeld hier angebracht. Dafür werden Sie gewöhnlich freundlich und herzlich behandelt und bekommen kostenlose „Refills“ für Ihr alkoholfreies Getränk. Achten Sie jedoch auf die Speisekarte: In manchen Gebieten die stark von knauserigen europäischen Touristen besucht werden wie z.B. Florida, wurde das Trinkgeld mittlerweile in die Preise inkludiert, hier brauchen Sie nichts extra zu geben.
Restaurants
In den meisten Ländern ist es nicht üblich einfach zum nächstbesten Tisch zu stürmen. Warten Sie nach dem Eintreten bis Sie von einem Kellner begrüßt werden und einen Tisch zugewiesen bekommen. Wenn Sie Ihr Auge auf den hübschen kleinen Tisch am Fenster geworfen haben, können Sie gerne danach fragen, Ihr Wunsch wird meistens erfüllt werden. In den USA ist es üblich, dass am Eingang ein „Please wait to be seated“-Schild steht. Warten Sie dort bis Sie in Empfang genommen werden. Hier ist es üblich dass Gäste nach einem schwer durchschaubaren System über das Restaurant verteilt werden, so dass die Bedienungen gleich ausgelastet sind. Wenn eine Reihe Fenstertische frei sind und man Ihnen trotzdem verwehrt dort zu sitzen, ärgern Sie sich nicht – dieser Teil des Restaurants wird zur Zeit einfach nicht bedient.
Auch wichtig in den USA: Fragen Sie nicht nach der „toilet“ wenn Sie das Örtchen suchen, das Wort ist den Amerikanern viel zu ordinär. Fragen Sie nach dem „restroom“ oder "bathroom".
Souvenirs
Shopping gehört zu den beliebtesten Freizeitvergnügen im Urlaub. Es gibt zwar kein Gesetz das den Kauf monströser Scheußlichkeiten verbietet, jedoch sollten einige Dinge beachtet werden: Waren zum Eigenbedarf dürfen von außerhalb der EU nur bis 430 Euro zollfrei eingeführt werden – alles was darüber hinaus geht muß bei der Ankunft am Heimatflughafen deklariert werden. Dies gilt sowohl für die günstigen Dollar-Schnäppchen in den USA wenn Sie sich dort mit Macs, iPhones und Markenkleidung eindecken wollen, wie auch für günstige Edelmetalle aus der Türkei oder Dubai.
Ansonsten gelten die üblichen Regelungen für zollfreien Einfuhr von:
Tabakwaren:
- 200 Zigaretten oder
- 100 Zigarillos oder
- 50 Zigarren oder
- 250g Rauchtabak oder
- eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren
Alkohol:
- 1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22% oder
- 2 Liter Spirituosen, Aperitifs, Sake, u.ä. mit einem Alkoholgehalt von weniger als 22%
- 2 Liter Schaumweine oder Likörweine
- eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren UND
- 2 Liter nicht schäumende Weine
Kaffee:
- 500g Kaffee oder
- 200g Auszüge, Essenzen oder Konzentrate aus Kaffee oder Zubereitungen auf der Grundlage dieser Waren oder auf der Grundlage von Kaffee
Parfüms und Eau de Toilette:
50g Parfüms und
0,25 Liter Eau de Toilette
Neben der EINFUHR nach Deutschland gibt es auch einige Dinge bei der AUSFUHR zu beachten: In Ländern wie Griechenland, Ägypten und der Türkei, die jahrzehntelang systematisch von anderen Ländern um ihre antiken Kulturgüter erleichtert wurden, ist man sehr empfindlich beim „Export“ von alten Münzen, Kunstgegenständen oder sogar harmlosen Steinen die eventuell einem antiken Monument zugerechnet werden könnten. Verzichten Sie darauf irgendetwas mitzunehmen, das antik sein könnte, denn die verbotene Ausfuhr von „Kultur und Naturgütern“ kann mit Haftstrafen geahndet werden.
Auch in Russland ist Vorsicht angeraten: Die Ausfuhr von Antiquitäten und Kunstgegenständen (dazu gehören auch die beliebten Ikonen) aus der Zeit vor 1945 ist verboten und wird mit empfindlichen Geld- und Haftstrafen geahndet.
In asiatischen Ländern wie Thailand ist die Ausfuhr von Buddhafiguren aus religiösen Gründen verboten. Niemand wird Ihnen einen 5cm-hohen Buddha aus dem Souvenirladen verwehren aber auf größere Statuen und andere religiöse Andenken sollten Sie verzichten.
Nicht mehr erwähnt werden muss hoffentlich, dass der Kauf von Produkten die von geschützten Tierarten stammen, nicht nur verboten ist sondern auch in höchstem Maß umweltschädlich.
Ausführliche Informationen und Faltblätter hält der Zoll auf seiner Website bereit.
