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Vorsicht Falle!

- Finger weg!
Wenn einer eine Reise tut… dann kann es ihm passieren, dass er über den Tisch gezogen wird. Kleine Betrügereien sind so alt wie das Reisen selbst.
Dass Sie die Finger von „Hütchenspielen“ auf der Straße lassen sollen und keine verpackte Ware kaufen ohne sich das gute Stück vorher mal anzugucken, wissen Sie sicher selbst. Damit Sie aber auch sonst vorgewarnt sind, hier eine kurze Liste mit beliebten Betrügereien von denen Touristen aus aller Welt berichtet haben.
Aus aktuellem Anlass erwähnen wir zunächst die Schweinegrippe. In Bulgarien ist es vorgekommen, dass betrügerische Grenzbeamte darauf bestanden, dass Touristen bei der Einreise mit dem Auto ein Gesundheitszeugnis vorlegen sollen, dass sie nicht mit der Schweinegrippe infiziert sind. Versuchen Sie die Herrn zu ignorieren. Wenn Sie jedoch nicht fortgelassen werden ohne zu zahlen, wenden Sie sich an die nächste Polizeidienststelle. Das gleiche gilt für andere Grenzorte, denn die Bulgaren sind sicher nicht die einzigen, die sich diese Betrügerei ausgedacht haben.
Dem „Ring Trick“ können Sie in den meisten Metropolen Europas begegnen: Jemand drückt Ihnen einen Ring in die Hand mit dem Worten, dass er/sie den Ring gerade gefunden hat und Sie ihn offensichtlich verloren haben. Er erwartet natürlich zum Dank einen Finderlohn und nutzt Ihre momentare Konfusion („Ist das meiner?“) aus. Versucht jemand Ihnen einen gefundenen Ring zu geben, gehen Sie einfach schnell weiter.
„Wechselgeld vergessen“ ist ebenfalls sehr beliebt – vor allem an Bahnhöfen, wenn Touristen es eilig haben ihren Zug zu erwischen. Der Verkäufer lässt sich gerne viiiel Zeit bei der Herausgabe von Wechselgeld – zählen Sie sorgfältig nach und gehen Sie nicht eher vom Verkaufsstand weg bis Sie Ihr Wechselgeld vollständig bekommen haben.
Ebenfalls an Bahnhöfen treffen Sie Herren, die Ihnen den Koffer wegnehmen und für Sie die Treppen hochtragen – natürlich nur um anschließend ein exorbitantes Trinkgeld zu verlangen. Halten Sie Ihren Koffer also gut fest, es sei denn Sie benötigen wirklich Hilfe. (Dies gilt übrigens nicht unbedingt für junge weibliche Touristinnen – denen eilt der südländische Einheimische auch gerne gratis zu Hilfe!).
Lassen Sie sich auch beim Ein-und Aussteigen aus vollen Zügen nicht helfen. Betrüger nutzen die chaotischen Minuten am Bahnhof, wenn zahlreiche Reisende mit Koffern rein- und rauswollen gerne, um sich mit Ihrem Gepäck davon zu machen, statt es Ihnen in den Zug reinzureichen (oder raus, wenn Sie gerade ausgestiegen sind)
„Falsche Polizisten“ treiben gerne in touristischen Orten ihr Unwesen und arbeiten im Team. Gewöhnlich werden Sie zunächst von einer normal gekleideten Person angesprochen und nach dem Weg gefragt. Da Sie vermutlich keine Auskunft geben können und/oder Ihren Reiseführer/Stadtplan zücken, wird der Betrüger nun wissen, dass Sie Touristen sind und seinem Komplizen ein Zeichen geben. Dieser naht in offiziell wirkender Polizeiuniform und zeigt Ihnen sogar seinen „Dienstausweis“ oder seine „Dienstmarke“ (die wahrscheinlich aus dem Kaugummiautomaten stammt) und verlangt Ihren Ausweis zu sehen. Gerne wird dabei behauptet, dass Falschgeld zirkuliert und man Ihre Euroscheine auf Echtheit überprüfen möchte. Ergreifen Sie die Flucht; ein echter Polizist würde niemals einfach so nach Ihrem Geld oder Ausweis fragen.
Manche Touristen und Backpacker fallen in exotischen Ländern auch gerne auf eine härtere Version der „falschen Polizisten“ rein: Ein junger Einheimischer freundet sich mit Ihnen an und zeigt Ihnen die Sehenswürdigkeiten vor Ort. Irgendwann erklärt er Sie zu seinem guten Freund, dem er ein Geschenk machen möchte – einen Klumpen Haschisch. Erfreut ziehen Sie mit Ihrer Beute zum Hostel um sich einen fetten Joint zu bauen – und treffen auf angebliche Polizisten, die den Inhalt Ihrer Tasche sehen möchten – und die Drogen finden. Folgerichtig präsentieren sie Ihnen Ihre Optionen: Mehrere Jahre Knast wegen Drogenbesitz oder ein nettes Sümmchen „Schweigegeld“. Wenn Sie nicht schon vor lauter Angst vor dem Gefängnis direkt bezahlen, werden Sie sich hüten die echte Polizei zu rufen, denen Sie erstmal das Haschisch erklären müssten. Lassen Sie die Finger am besten direkt ganz von irgendwelchen Drogen!
Eine schauspielerisch reife Leistung bieten auch junge Damen, die scheinbar über eine Bordsteinkante stolpern und so dramatisch zu Boden gehen wie italienische Fußballspieler. Eilt der hilfsbereite Tourist herbei um der gestürzten Dame zu helfen, kann er sicher sein, dass ihre Komplizen nicht weit sind um ihn um seine Geldbörse zu erleichern, während er von der Dame abgelenkt wird.
Ungemach kann auch von oben drohen: „Aus Versehen“ schüttet Ihnen jemand von einem höher gelegenen Balkon Kaffee oder Blumenwasser über Ihre Kleidung – und „zufällig“ hat ein freundlicher Mensch in Ihrer Nähe gerade ein paar Handtücher griffbereit um Sie abzutrocknen – und erleichert Sie dabei auch gleich um Ihre Geldbörse.
Wenn Sie irgendeinen guten Zweck unterstützen möchten, tun Sie es lieber zuhause. Eine immer beliebter werdende Betrügerei ist das „Unterschriften sammeln“ – eine junge hübsche Person bittet Sie um Ihre Unterschrift und natürlich eine Spende für einen guten Zweck – vom örtlichen Tierheim bis zur Krebshilfe ist alles möglich. Ihre „Spende“ wird jedoch dankbar einkassiert und die zuschauenden Komplizen wissen nun wo sich Ihre Geldbörse befindet.
Ebenfalls auf Ihr weiches Herz hoffen Schuhputzer, die in vielen Städten wie z.B. Istanbul zum Stadtbild gehören. Ihnen fällt „unglücklicherweise“ ihre Schuhbürste aus der Hand – und Ihnen vor die Füße. Natürlich sind Sie freundlich und heben die Bürste auf um sie dem Besitzer zurückzugeben – der Ihnen tausendmal dankt und Ihnen zum Dank auch noch die Schuhe kostenlos putzen möchte. Wenn Sie darauf eingehen, werden sie beim Putzen eine Lebensgeschichte im Ausmaß einer griechischen Tragödie zu hören bekommen, die darauf abzielt, dass Sie dem Herrn mit einer kleinen Gabe helfen. Wenn die Geschichte gut war, ärgern Sie sich nicht sondern zahlen Sie als Dank für die gute Unterhaltung!
Neben Bargeld bieten auch Kreditkarten unzählige Möglichkeiten für Abzocke. Sie wissen schon, dass Sie Ihre Kreditkarte möglichst nicht aus den Augen lassen sollten, wenn Sie im Urlaub damit bezahlen. Ein neuer Trick, der derzeit die Runde macht: Eine freundliche junge Stimme ruft Sie spätabends im Hotelzimmer an und behauptet von der Rezeption zu sein. Es gäbe Probleme mit der Kreditkartenabrechnung, könnten Sie kurz runterkommen. Wenn Sie erwidern, dass Sie längst im Bett sind, werden Sie gebeten, die Kreditkartendetails kurz am Telefon durchzugeben – und irgendwo reibt sich schon jemand die Hände um mit Ihren Daten im Internet einkaufen zu gehen. Ignorieren Sie solche Anrufe lieber, nichts ist so wichtig, als dass es nicht bis zum Morgen warten kann.
Sie können mittlerweile überall auf der Welt an Geldautomaten mit Kredit- und Maestro-Card Geld abheben. Wenn Sie aber unbedingt eine Wechselstube nutzen müssen, benutzen Sie Ihren Verstand und wenden Sie sich nur an legitime Wechselstuben. Achten Sie immer auf die ausgewiesenen Kommissionen und vergleichen Sie die angebotenen Raten mit dem offiziellen aktuellen Wechselkurs. Gehen Sie am besten zu zweit in eine Wechseltube, so dass Ihnen jemand den Rücken freihält, während Sie dem Geldwechsler beim Zählen genau auf die Finger sehen.
Auch am Flughafen sind Sie nicht unbedingt sicher. Aus den USA wird ein Trick berichtet, der sich das Getümmel an der Sicherheitskontrolle zunutze macht. Wenn Sie Ihre Handtasche schon auf das Band gelegt haben, drängelt sich jemand – scheinbar in furchtbarer Eile – noch vor und hält dann den Betrieb mit zahlreichen Kleinigkeiten, Münzen, Schlüsseln und ähnlichem auf, während er seine Hosentaschen leer macht. Ein vorausgegangener Komplize greift sich derweil Ihre Handtasche, die bereits durchleutet wurde und am Ende des Bandes auf Sie wartet, und macht sich aus dem Staub.
Eine andere Warnung kommt aus China: Reisende unterwegs zum Flughafen werden vom Taxifahrer am Ende des Terminals abgesetzt, weit entfernt vom Eingang. Gepäckträger erscheinen hilfsbereit um das Gepäck zum Eingang zu kutschieren und bringen die Reisenden zu einer noch abgelegeneren Ecke, wo eine „Departure Tax“ verlangt wird um das Gepäck auszulösen. Bestehen Sie darauf, vor dem Eingang abgesetzt zu werden.
