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Rumänien

- Schloss Bran, die Tölzburg
Wer überhaupt nach Rumänien fährt, will meistens in die Karpaten zum berühmt-berüchtigen Graf Dracula. Das historische Vorbild für Bram Stokers blutsaugenden Vampir war der rumänische Graf Vlad III. der den Beinamen "Draculae" trug, "Sohn des Drachens" (sein Vater Vlad II. war Mitglied im sogenannten Drachenorden). Als Draculas Schloß wird heute gerne die Tölzburg (auch als Schloß Bran bekannt) vermarktet, auch wenn Vlad III. dort in Wirklichkeit nie gelebt hatte. Die Tölzburg liegt 30km von Kronstadt (rumänisch: Brașov) entfernt in den Karpaten. Auch ohne Dracula-Mythos lohnt sich ein Besuch in dieser wildromantischen Gegend, in der noch Wölfe und Bären in freier Wildbahn leben. Nordwestlich von Brașov lohnt ein Besuch von Schäßburg (Sighişoara), der ehemaligen Hauptstadt der deutschsprachigen Siebenbürger Sachsen, deren historisches Zentrum von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Noch heute ist Schäßburg offiziell dreisprachig (rumänisch, deutsch, ungarisch).

- Paris oder Bukarest?
Auch die rumänische Hauptstadt Bukarest, früher als Paris des Ostens bekannt, lohnt sich: Entweder für ein verlängertes Wochenende als Städtereise oder als Ausgangspunkt für eine Rundreise durch Rumänien. Mehrere Fluggesellschaften fliegen Bukarest von Deutschland aus an. Bukarest, bis dahin Hauptstadt der Walachai, wurde im 19.Jahrhundert zur Hauptstadt von Rumänien gekürt und von Pariser Architekten nach dem Vorbild im Westen umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen die zahlreichen schönen Belle Epoque-Bauten die Bukarest ihren besonderen Flair verleihen. Der rumänische Triumphbogen wurde jedoch erst 1922 zum Gedenken an die Gefallenen des 1.Weltkrieges erbaut.
Im ehemaligen Königspalast ist heute das nationale Kunstmuseum untergebracht. von hier führt die "Straße des Sieges" (Calea Victoriei), eine von Bukarests schönsten und ältesten Straßen, zum Platz der Revolution, wo der rumänische Diktator Ceauscescu 1989 vom Balkon des Parteigebäudes zusah wie sich das Volk gegen ihn wandte - und im Hubschrauber die Flucht ergriff. Südlich der Calea Victoriei finden Sie Ceausescus monströses "Centru Civic", das Parlamamentsgebäude - nach dem Pentagon in Washington das größte Gebäude der Welt.
Nicht fehlen darf ein Besuch im historischen Lipscani-Viertel, in dessen alten Kopfsteinpflastergassen sich heute viele Antikläden und Gallerien befinden. Wer sich für Land und Leute interessiert, sollte dem Museum für Geschichte und Kunst von Bukarest (Muzeul de Istorie si Arta al Municipiului Bucuresti) im historischen Sutu Palast einen Besuch abstatten oder dem rumänischen Museum für Geschichte an der Calea Victoriai (Muzeul National de Istorie al Romaniei).

- Badefreuden in Mamaia
Ein absoluter Geheimtipp ist noch die rumänische Schwarzmeerküste: Zwischen Donaudelta und bulgarischer Grenze erstrecken sich die rumänischen Badeorte, die mit kilometerlangen Stränden und modernen Hotelanlagen aufwarten können. Allein nach Mamaia, das sich über 7km auf einer Landzunge erstreckt, kommen im Sommer über 100.000 Sonnenanbeter. Auch deutsche Reiseveranstalter haben Pauschalreisen an die rumänische Schwarzmeerküste im Angebot und mehrere Fluggesellschaften fliegen die Stadt Constanza an. Die Hafenstadt, die heute vor allem ein wichtiger Umschlagplatz für Güter ist, war schon zu Zeiten der Antike besiedelt. Ein Tagesausflug lohnt sich um die griechischen und römischen Ruinen zu besichtigen, sowie modernere Balkanarchitektur wie das Casino. Unbedingt sollte man auch eine Schiffstour im Donaudelta unternehmen, wo die Natur eine faszinierende Artenvielfalt geschaffen hat.
Rumänien lohnt sich nicht nur im Sommer: Das Land verfügt auch über zahlreiche Wintersportgebiete. Natürlich kann man hier nicht den gleichen Après-Ski-Rummel wie in den Alpen erwarten oder eine vergleichbare Infrastruktur. Wer aber erholsame ruhige Skiferien erleben will, ist hier richtig. Bekannte Skiorte in den Karpaten, die sich auch auf ausländische Touristen eingestellt haben, sind Poiana Brasov, Predeal und Sinaia.

- Kloster Putna
Wer eine Rundreise durch Rumänien plant, sollte unbedingt auch in die Bukowina im Norden des Landes fahren, ins einstige Fürstentum Moldau. Hier liegen die weltberühmten Moldauklöster, die im 15.Jahrhundert von Stefan dem Großen erbaut wurden. Für jeden Sieg gegen die Türken erbauten er (und seine Nachfolger) ein Kloster oder eine Kirche - und so kamen im Laufe der Zeit etliche Dutzend zusammen. Viele von ihnen sind heute in Vergessenheit geraten - andere dagegen sind vor allem durch ihre faszinierenden Fresken an den Außenwänden weltberühmt geworden. Die bekanntesten Kloster sind Putna (hier liegt auch Stefan der Große begraben), Sucevita, Moldovita, Humor und Voronet, sowie die Arbore-Kirche. Zahlreiche andere Kloster lohnen sich auch ohne Außenfresken. Hier erhält man einen guten Einblick in den christlich-orthodoxen Glauben Südosteuropas.
Im nächsten Monat: Die Philippinen, unbekannte Trauminseln in Asien



